mobile.de ist down: Was noch funktioniert – und was hinter der Störung stecken könnte
Website und App der Autobörse sind gestört. Unser eigener Test zeigt aber: Die Seller-API funktioniert weiterhin. Gleichzeitig fällt eine große Änderung bei den Inseratsnummern zeitlich mit dem Ausfall zusammen.
Stand: 10. August 2026, 15:54 Uhr
Website, Fahrzeugsuche und Login waren in unserer Prüfung nicht erreichbar. Für die App wurden Ladefehler gemeldet. Der Status kann sich kurzfristig ändern.
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Was zur mobile.de-Störung bekannt ist
Seit dem frühen Nachmittag häufen sich Meldungen, dass mobile.de nicht erreichbar ist. Netzwelt dokumentierte den Ausfall ab 14:08 Uhr; teltarif.de berichtete um 15:23 Uhr von einer nicht erreichbaren Website und einer App, die beim Startbildschirm hängen bleibt. Eine offizielle Erklärung des Betreibers zur Ursache lag bei unserer letzten Prüfung nicht vor.
Auch Allestörungen verzeichnete Probleme mit Website, App und Login. Unsere eigenen Aufrufe von Website, Fahrzeugsuche und Login funktionierten ebenfalls nicht. Das Autohaus Dörrschuck dokumentiert in seinem Störungsbericht ebenfalls eine weiterhin erreichbare Seller-API.
Was andere Statusmeldungen nicht zeigen
Welche Dienste funktionieren?
Unser kurzer Status-Check zeigt, welche Bereiche erreichbar sind und welche Probleme machen.
Unsere technische Einordnung: Der Marktplatz ist nicht komplett offline. Die Seller-API funktioniert, während Website und App Probleme machen.
Sind die Fahrzeugdaten sicher?
Es gibt derzeit keinen Hinweis auf Datenverlust. Dass die Seller-API weiterhin funktioniert, spricht dafür, dass zentrale Daten noch erreichbar sind.
Das ist keine Bestätigung vollständiger Datenintegrität oder vorhandener Backups: Beides kann nur mobile.de selbst prüfen. Unsere Aussage beschränkt sich auf gültige Live-Antworten der getesteten Schnittstellen.
Mögliche Ursache: mobile.de hat die Inseratsnummern verlängert
Wenige Tage vor dem Ausfall ging eine ungewöhnlich große technische Änderung live. Laut offiziellem API-Changelog vergibt mobile.de seit dem 5. August 2026 für neue Inserate längere Ad-IDs: statt bisher bis zu neun Stellen zunächst bis zu 13, später bis zu 16 Stellen. Bestehende IDs bleiben unverändert.
Bisher
4XX.XXX.XXX
bis zu 9 Stellen
Seit 05.08.
4.XXX.XXX.XXX.XXX
bis zu 13 Stellen
Später möglich
bis 16 Stellen
Systeme bis 36 Zeichen empfohlen
Das ist technisch relevant: Eine 13-stellige ID passt nicht in ein 32-Bit-Integer. Auch Validierungen, Datenbankfelder oder Integrationen, die exakt neun Ziffern erwarten, können dadurch scheitern. Betroffen sind laut mobile.de Seller API, Search API, Ad Stream, Leads und Insights API.
Aber: Es gibt bislang keinen Beleg, dass diese Umstellung den heutigen Website- und App-Ausfall verursacht hat. Auch die Vermutung, es sei die erste Änderung der Inseratsnummern seit Gründung von mobile.de, wird durch das Changelog nicht bestätigt. Die zeitliche Nähe macht den Zusammenhang prüfenswert – mehr nicht.
Wann ist mobile.de wieder erreichbar?
Eine offizielle Prognose gibt es nicht. Weil Daten- und Händlerdienste weiter antworten, ist ein Fix ohne Wiederherstellung des gesamten Fahrzeugbestands technisch plausibel. Das kann eine zeitnahe Entstörung erleichtern, ist aber keine Zusage. Bis mobile.de Entwarnung gibt, sollten Nutzer fehlgeschlagene Inserate nicht mehrfach neu anlegen und es später erneut versuchen.
Ich bin Händler: Welche Rechte habe ich gegen mobile.de?
Ein Ausfall führt nicht automatisch zu einer Gutschrift oder zu Schadensersatz. Entscheidend sind der individuelle Händlervertrag, gebuchte Zusatzleistungen, Dauer und Ursache der Störung sowie nachweisbare Folgen.
1. Verfügbarkeit und Gutschrift
Nach § 2 Nr. 1 der Händler-AGB schuldet mobile.de grundsätzlich die Abrufbarkeit der Inserate. § 15 nennt für die mobile.de-Datenbanken mindestens 97 Prozent Verfügbarkeit im Monatsdurchschnitt. Ob diese Schwelle unterschritten ist, hängt von Gesamtdauer und Berechnung im betreffenden Monat ab. Eine automatische Gutschrift regeln die AGB nicht. Für Ausfälle, die mobile.de nicht zu verantworten hat, sollen nach § 15 Nr. 2 der AGB keine Ansprüche entstehen.
2. Schriftlich reklamieren
§ 13 Nr. 3 der Händler-AGB sieht ein internes Beschwerdeverfahren auch für technische Probleme vor. Beginn, Ende, betroffene Inserate und Funktionen mit Screenshots sichern, eine Ticketnummer verlangen und schriftlich nach Ausfallbestätigung und Gutschrift fragen.
3. Schadensersatz nur mit Nachweis
Schadensersatz kann nach § 280 BGB in Betracht kommen, wenn mobile.de eine Pflicht verletzt, diese Pflichtverletzung zu vertreten hat und dadurch ein konkret belegbarer Schaden entstanden ist. § 16 der AGB begrenzt die Haftung. Nach § 16 Nr. 3 besteht eine Haftung für entgangenen Gewinn nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit; Anspruch und Nachweis bleiben Einzelfallfragen.
4. Kündigung ist eine Einzelfallfrage
Die Händler-AGB nennen grundsätzlich 30 Tage für eine ordentliche Kündigung. Eine außerordentliche Kündigung nach § 314 BGB setzt einen wichtigen Grund und regelmäßig zuvor eine Abhilfefrist oder Abmahnung voraus. Ein kurzer einmaliger Ausfall reicht nicht automatisch aus.
Häufige Fragen zur mobile.de-Störung
Ist mobile.de aktuell down?
Ja. Stand 10. August 2026, 15:54 Uhr, waren Website, Fahrzeugsuche und Login in unserer Prüfung nicht erreichbar. Nutzer meldeten außerdem Fehler in der App.
Funktionieren die mobile.de-Schnittstellen noch?
Teilweise. Die Seller-API funktioniert weiterhin. Andere Schnittstellen konnten wir nicht vollständig prüfen.
Sind die Fahrzeugdaten bei mobile.de verloren?
Dafür gibt es derzeit keinen Hinweis. Die Seller-API funktioniert weiterhin. Backups und die vollständige Datenintegrität konnten wir von außen jedoch nicht überprüfen.
Sind die neuen Inseratsnummern die Ursache?
Das ist technisch denkbar, aber nicht bestätigt. Seit dem 5. August 2026 vergibt mobile.de längere Ad-IDs. Systeme mit fester Stellenzahl oder Integer-Feldern können dadurch Fehler produzieren. Eine offizielle Ursache für die heutige Störung gibt es bislang nicht.