Schon 0,5 bar zu wenig Reifendruck erhöhen den Spritverbrauch um bis zu 4 %. Wir zeigen mit konkreten Zahlen, wie viel Sie durch richtigen Reifendruck sparen.

Reifendruck klingt nach einem banalen Thema – doch zu niedriger Luftdruck ist einer der häufigsten und teuersten Fahrzeugmängel überhaupt. Laut einer Studie des ADAC fahren rund 30 % aller Pkw mit zu niedrigem Reifendruck. Das kostet nicht nur Sprit, sondern beeinträchtigt auch die Fahrsicherheit und verkürzt die Lebensdauer der Reifen erheblich [1].
In diesem Artikel zeigen wir mit konkreten Zahlen, wie stark der Reifendruck den Verbrauch beeinflusst, wie Sie den optimalen Druck finden und warum sich eine regelmäßige Kontrolle auch finanziell auszahlt.
Ein Reifen mit zu wenig Luft verformt sich stärker beim Abrollen. Die Aufstandsfläche (der Bereich, der den Boden berührt) wird größer, und der Reifen „walkt" mehr. Diese Walkarbeit erzeugt Rollwiderstand – und Rollwiderstand kostet Energie, also Kraftstoff.
Der Rollwiderstand macht bei gleichmäßiger Fahrt auf ebener Straße etwa 20–30 % des gesamten Fahrwiderstands aus. Im Stadtverkehr mit vielen Anfahr- und Bremsvorgängen ist der Anteil sogar noch höher [2].
Die Auswirkungen sind messbar und signifikant:
Ein Mittelklassewagen mit 7 l/100 km Verbrauch und 15.000 km Jahresfahrleistung bei einem Benzinpreis von 1,75 €/l:
Dazu kommen verkürzte Reifenlebensdauer (bis zu 30 % weniger Laufleistung bei dauerhaft 0,5 bar zu wenig) und höherer Verschleiß [4]. Bei einem Reifensatz für 400 € ergibt das weitere 120 € Mehrkosten.
Der vom Hersteller empfohlene Reifendruck steht an drei Stellen:
Typische Werte liegen zwischen 2,0 und 2,5 bar für normale Bereifung. Wichtig: Es gibt meist zwei Angaben – für Normallast und für volle Beladung. Bei längeren Autobahnfahrten oder Urlaubsfahrten mit Gepäck sollten Sie den höheren Wert verwenden.
Viele Experten empfehlen, den Reifendruck um 0,2 bar über den Herstellerwert einzustellen [5]. Das spart zusätzlich Sprit, ohne den Fahrkomfort merklich zu beeinträchtigen. Die Reifen verschleißen dadurch etwas gleichmäßiger, und der Bremsweg bleibt nahezu unverändert.
Achtung: Deutlich mehr als 0,3 bar über der Empfehlung sollten Sie nicht einfüllen. Zu hoher Druck verringert die Auflagefläche und verschlechtert die Haftung, besonders bei Nässe.
Reifen verlieren naturgemäß Luft – etwa 0,1 bar pro Monat ist normal. Bei Temperaturschwankungen kann es noch mehr sein: Pro 10 °C Temperaturabfall sinkt der Reifendruck um rund 0,1 bar [6].
Empfohlene Prüfintervalle:
Seit November 2014 ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) für alle Neuwagen in der EU vorgeschrieben. Das System warnt, wenn der Druck deutlich abfällt (meist ab 20 % unter Soll). Allerdings hat RDKS zwei Einschränkungen:
Verlassen Sie sich daher nicht allein auf das RDKS, sondern prüfen Sie den Druck regelmäßig manuell.
Richtiger Reifendruck ist eine der einfachsten und günstigsten Maßnahmen, um Sprit zu sparen. Die Kontrolle dauert 5 Minuten, ist an jeder Tankstelle kostenlos möglich und spart bei korrekter Einstellung leicht 50–150 € pro Jahr an Kraftstoff- und Reifenkosten. Prüfen Sie Ihren Reifendruck am besten heute noch – am besten, bevor Sie zum nächsten Mal tanken. Aktuelle Spritpreise in Ihrer Nähe finden Sie auf sprit.guru.
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